Prägendes Element ist das weit gespannte Membrandach. Es bündelt die unterschiedlichen Nutzungen unter einer gemeinsamen Geste, schafft geschützte Bereiche für Begegnung und Austausch und wirkt zugleich als weithin sichtbare Landmarke. Mit seinen zwei markanten Spitzen übernimmt es eine orientierende Funktion in der offenen Landschaft und übersetzt damit die Rolle traditioneller Bezugspunkte wie der Kirchtürme der umliegenden Dörfer in eine zeitgemäße Form.
Unter dem leichten Dach ordnet sich ein bewusst niedriger und kompakter Baukörper unter. Die offene, runde Form und die weitgehend transparente Gebäudehülle stärken den Bezug zwischen Innenraum und Landschaft. Im Inneren organisiert sich der zweigeschossige Bau um einen zentralen Kern; ringförmig angeordnete, weitgehend stützenfreie Flächen ermöglichen flexible Arbeits-, Veranstaltungs- und Workshopformate. Auch spätere Erweiterungen oder eine Aufstockung sind konstruktiv mitgedacht. Die Gestaltung des Freiraums folgt derselben Haltung: Bestehende Wege, Topografie, Vegetation und technische Strukturen werden aufgenommen und weiterentwickelt. So entsteht ein enger Dialog zwischen Landschaft, industrieller Vergangenheit und zukünftiger Entwicklung des Standorts.
Auch Material und Konstruktion sind Teil des architektonischen Konzepts. Holz, Lehm und Glas prägen das Gebäude; massive Lehmkerne werden mit einem rückbaubaren Holz-Lehm-Skelett kombiniert. Das Membrandach übernimmt neben seiner gestalterischen Wirkung zugleich Witterungs- und Sonnenschutz. Ein konsequenter Low-Tech-Ansatz nutzt natürliche Belüftung, Speichermasse und Verschattung, um technische Systeme auf das notwendige Maß zu reduzieren.
Die Nachhaltigkeitsziele führen diesen Ansatz fort: Ressourcenschonendes und zirkuläres Bauen, demontierbare Konstruktionen, nachwachsende Materialien, ein geringer Energiebedarf sowie Maßnahmen für Biodiversität und Regenwassermanagement sind integraler Bestandteil des Entwurfs.
So entsteht mit dem LANDlabor Wanlo ein prägnanter, zugleich anpassungsfähiger Impuls am Tagebaurand – eine Architektur, die Landschaft, Nutzung und Transformation zu einem schlüssigen Ganzen verbindet.