Lageplan
Grundriss EG
Grundriss 1. OG
Grundriss 2. OG
Ansicht Ost/West
Ansicht Nord/Süd

9085-Katholische Kirchengemeinde und Probstei St. Mariä Himmelfahrt, Kleve

Katholische Kirchengemeinde und Probstei St. Mariä Himmelfahrt, Kleve

Städtebauliche Idee

Grundsätzliches und wichtigstes Ziel aller Überlegungen ist eine räumliche und städtebauliche Lösung für das vorhandene Grundstück als markante ‚Adresse’ für Pfarrheim und Pfarrverwaltung mit unmittelbarem Sichtbezug zur Kirche. Die Ausbildung eines kleinen fast quadratischen Platzes an der Blockecke schafft einen ruhigen Vorbereich vor dem Pfarrzentrum mit Aufenthaltsqualität als Treffpunkt vor dem Haus. Der Vorplatz ist gefasst vom ‚Pfarrhaus’ und vom ‚Saalhaus’. Beide orientieren sich giebelständig zum Platz, an dem auch alle Eingänge liegen. Pfarrverwaltung und Pfarrheim sind in dem, dem Straßenverlauf in Flucht der Nachbarn folgenden, Riegel des ‚Saalhauses’ untergebracht, der die Trauf- und Firsthöhen von diesen fortführt. Durch das Aufnehmen der nachbarlichen Flucht in der Kapitelstraße weitet sich der Straßenraum unmerklich bis zum kleinen Vorplatz an der Ecke Kapitelstraße/Von-Galen- Strasse. Der lange zur Straße hin fast geschlossene Gebäudeteil öffnet sich großzügig gläsern über die Ecke zu Kirche hin und ermöglicht einen unmittelbaren Sichtbezug zu ihr und zum Kirchplatz. Der Giebel ist als einladende Eingangsgeste großflächig geöffnet. Hier liegen sowohl die getrennten Eingänge zum Pfarrheim rechts – zurückgesetzt mit einer gedeckten Vordachsituation – und zur Pfarrverwaltung links im 1. Obergeschoss über Aufzug und Treppenhaus. Über das gleiche Treppenhaus werden auch die Pfarrerwohnungen über ein Split-Level- System erschlossen. Rechtwinklig zum Gebäuderiegel an der Kapitelstraße steht das kleine ‚Pfarrhaus’ mit den Pfarrerwohnungen in den beiden Obergeschossen und der Gästewohnung und den Pfarrerbüros im Erdgeschoss. Beide Gebäude stehen giebelständig am Platz und verschränken sich über ein gläsernes Koppelelement ineinander. Rückwärtig befindet sich ein begrünter Hofbereich, den Sälen zugeordnet, und die Stellplätze in ausreichender Zahl. Die beiden zu den Pfarrerwohnungen gehörenden Garagen schirmen den Innenhof zu den Nachbarn hin ab. Die nur angedachte Wohnbebauung an der Nassauermauer folgt als zwei quer stehende Riegel dem Bestand auf der anderen Seite der Von-Galen-Straße und komplettiert den Kreisbogen der Straße mit den schmalen Stirnseiten. Die in diesem Bereich eher vorhandene Struktur von Einzelbaukörpern statt einer straßenbegleitenden Bebauung wird aufgenommen. Den beiden Gebäuden kann eine Tiefgarage zugeordnet werden, die von der Nassauermauer erschlossen wird.

Programm

Pfarrheim

Das Pfarrheim ist erdgeschossig im langen Gebäuderiegel an der Kapitelstraße angeordnet. Mit eigenem Zugang über eine zurückgesetzte über Eck angeordnete Glasfassade erschließt man das Foyer, das sich zur Straße und zur Kirche hin öffnet. Linear daran aufgereiht befinden sich der Saal und die Gruppenräume, die sich zu einem einzigen großen Raum koppeln lassen. Alle Säle sind großzügig zum begrünten Innenhof hin orientiert und lassen so auch Veranstaltungen drinnen und draußen zu. Gegenüber den Sälen sind die Nebenflächen angeordnet, ganz hinten befindet sich die Küche, die über einen kleinen Hof rückwärtig angedient werden kann.

Pfarrverwaltung

Die Pfarrverwaltung befindet sich über dem Pfarrheim im 1. Obergeschoss. Die kleine Zugangshalle öffnet sich wie das Foyer darunter zur Kirche hin. Alle Büros sind nach Süden zum ruhigen Innenhof hin aufgereiht. Die Nebenflächen befinden sich wie im EG zur Straße hin. Dem Flur zugeordnete Schrankräume bieten ausreichend Stauraum außerhalb der Büros. Der große Dachraum des ‚Saalhauses’ wird ebenfalls über das Treppenhaus und den Aufzug erschlossen. Er kann optional ausgebaut werden und stellt ein Angebot für die Zukunft dar.

Pfarrerwohnungen

Die Büros der Pfarrer befinden sich im Erdgeschoss des Pfarrhauses und sind Unmittelbar vom Eingang zu erreichen. Hierfür muss man nicht die Pfarrverwaltung betreten und sie stellen so ein niederschwelliges Angebot zur Kommunikation dar. Zum Hof hin befindet sich zudem noch die Gästewohnung als abgetrennte Einheit. In den beiden Obergeschossen liegen die beiden Pfarrerwohnungen. Das Schlafzimmer Ist nach Osten, Wohnen und Kochen samt Loggia nach Süden und Westen orientiert.

Erscheinungsbild / Material / Konstruktion

Das gewählte gleiche Ziegelmaterial für Wand und Dach – angepasst an den Farbton der Kirche - stellt den Bezug zum Kirchenbau her. Alternativ ist eine Ausführung von Fassade und Dach in vorbewitterten rotbraunen horizontalen Kupferbändern vorstellbar. Die Konstruktion ist als massiv einschalig gemauerte oder betonierte Konstruktion mit Stahlbetondecken vorgesehen. Die jeweils sichtbare Fassade ist als hinterlüftete vorgehängte Schicht geplant. Im Falle der Kupferfassade wäre auch eine hochgedämmte Holztafelbauweise für die Wandflächen möglich. Die Decken können in Sichtbeton gehalten werden, wo akustisch notwendig ggf. mit untergehängten Deckenflächen in gelochtem Gipskarton. Die inneren Wandflächen sind verputzt alt. Sichtbeton, die Faltwände und Einbaumöbel In Eichenholz. Die Bodenbelagsflächen können als Holzparkett, geschliffenem Estrich oder als Kunststein ausgeführt werden.

Projektdaten

Bauherr Kath. Kirchengemeinde und Probstei St. Mariä Himmelfahrt, Kleve
Leistungsumfang Wettbewerb 1. Preis November 2017
Projektdaten BGF 2.830 m²