Lageplan ©3PLUS FREIRAUMPLANER
Perspektive Freiraum Nassestraße ©rendertaxi / Hahn Helten Generalplaner
Grundriss EG ©Hahn Helten + Generalplaner
Ansicht ©Hahn Helten + Generalplaner
Schnitt ©Hahn Helten + Generalplaner
Innenperspektive Mensa ©rendertaxi / Hahn Helten Generalplaner

9115-Ersatzneubau Zentralmensa Bonn

Ersatzneubau für die Zentralmensa, ein Studierendenservicezentrum und studentisches Wohnen in Bonn

Entwurfskonzept

Der Entwurf sieht zwei neue Stadtbausteine vor, die sich in Ihrer Maßstäblichkeit und Kubatur an den Bestand anlehnen und die denkmalpflegerischen Aspekte berücksichtigen, gleichzeitig aber auch einen eigenständigen architektonischen Ausdruck finden. Der Ersatzneubau für die Zentralmensa des Studierendenwerks Bonn soll sich in die bestehende Bebauung an Nassestraße und Lennetstraße einfügen und diese bereichern, er wird sich in einem einladenden, identitätsstiftenden Charakter präsentieren und in allen Bereichen für Studierende, Gäste und Beschäftigte hohe Aufenthalts- und Nutzungsqualitäten bieten. Der zweite Stadtbaustein an der Kaiserstraße nimmt das studentische Wohnen des Studierendenwerks Bonn auf. Ziel ist es, die Neubauten selbstverständlich in den Kontext des Ortes einzubinden und dennoch die besondere Stellung des Studierendenwerks in Bonn kenntlich zu machen.

Städtebau/Äußere Erschließung

Die Straßenräume der Nassestraße, Kaiserstraße und der Lennéstraße grenzen das Wettbewerbs Grundstück ein. Der Neubau der Zentralmensa nimmt die Traufkanten der Nachbarbebauungen auf und schafft somit den städtebaulichen Anschluss an das Carre Nassestraße. Der drei bis fünfgeschossige Baukörper treppt sich zum Innen-hof ab und reagiert so selbstverständlich auf die Nachbarschaftsbelange der Anwohner und bietet auf unterschiedlichen Terrassen die gewünschten Aufenthaltsqualitäten im Außenraum. Zur Nassestraße definiert der Baukörper einen attraktiven Auftakt, der die neue Hauptadresse des Studentenwerks verortet. Die neue Eingangssituation soll als Schnittstelle des Studentenwerks mit dem öffentlichen Raum fungieren, ein weiterer Eingang von der Lennetsraße zur allseitigen Erschließung nimmt Besucher und Gäste zusätzlich auf und unterstreicht die Durchlässigkeit und Offenheit des Gebäudes im Erdgeschoss. Die Zufahrt zur Tiefgarage mit 60 Stellplätzen und dem geforderten Anlieferhof erfolgt wie im Verkehrskonzept vorgeschlagen von der Kasierstraße.

Baukörper/Innere Erschließung

Von beiden Zugängen an Nasse- und Lennetsraße kommend umschließt das Erdgeschoss ein großes Foyer, welches auf großzügige Weise die innere Funktionalität veranschaulicht und alle publikumsintensiven Funktionen beherbergt. Das Foyer geht in den Lounge- und Cafeteriabereich über und wird als zentraler Begegnungsort von Studierenden, Beschäftigten sowie Gästen von außerhalb verstanden, der auch über die Hauptessenszeiten der Mensa hinaus ein attraktives Angebot bereitstellt. Die zweiläufige Spindeltreppe - als zentrales und repräsentatives Erschließungselement - verbindet vom Foyer aus die beiden Speisesäle und schafft Blickbeziehungen zwischen den Funk-tionsbereichen der Mensa. Das oberlichtverglaste Treppenauge versorgt das Foyer und die Speisesäle zusätzlich mit Tageslicht. Barrierefrei werden alle Etagen über vier zentral angeordnete Aufzugkerne erschlossen. Zwei weitere Kerne erschließen das Gebäude vertikal und erfüllen die Funktionen der baurechtlich notwendigen Fluchtwege.

Freianlagen

Die Freianlagen zeichnen sich als mehrere kleine Höfe mit halböffentlichem Charakter ab, die durch Einfriedungen von ihren Nachbarn abgeschirmt sind und vielfältige, intime Räume bilden. Die Ausgangssituation des grünen Carrés, einer innerstädtischen ökologischen Nische, wird zum Anlass genommen, die Höfe als lebendigen und grünen Lebensraum zu verstehen, der mit einer organischen Formensprache die markante Geometrie des Baukörpers kontrastiert.

Material und Konstruktion

Das Gebäude ist seiner Tragstruktur massiv und robust in Stahlbetonweise konzipiert. Die Fassade ist von einer vertikalen Holzamelle geprägt, die die unterschiedlichen Funktionseinheiten, sowie die verschiedenen Geschosshöhen zu einem einheitlichen Fassadenbild zusammenfasst. Die vertikalen Lamellen reagieren mit Ihrer Stellung auf die unterschied-liche Besonnung der Gebäudeseiten und leisten somit eine zusätzlichen Beitrag zum Sommerlichen Wärmeschutz. Um ausreichend Strom zu erzeugen, wurden nicht nur das Dach des fünften Obergeschosses, sondern auch Teile der Südfassaden mit Photovoltaikmodulen belegt.

Projektdaten

Bauherr Studentenwerk Bonn
Leistungsumfang Wettbewerb Mai/Juni 2019
Auszeichnung 2. Preis
Projektpartner pvma - pfeiffer.volland.michel.architekten GmbH
Freianlagen 3PLUS FREIRAUMPLANER
TGA INCO Ingenieurbüro GmbH
Bauphysik Tohr Bauphysik
Brandschutz Kempen Krause Ingenieure GmbH