480-Citykirche, Aachen

I-Punkt und Sprech-Zeit-Raum - Citykirche, Aachen

In der Citykirche St. Nikolaus sind zwei Einbauten entstanden, die im Rahmen der ökumenischen Citypastorale zum einen der Information und zum anderen dem seelsorgerischen Gespräch dienen. Einem Möbel ähnlich, setzen sich die beiden Baukörper als sekundäre Bauwerke in Größe, Materialisierung und Charakter als Bauten heutiger Prägung lesbar ab und ergänzen sich architektursprachlich mit bereits gegebenen Einbauten.

Der Ort für Information, I-Punkt genannt, ist in direkter Verbindung zum Windfang im südlichen Seitenschiff angesiedelt, um so für den Besucher leicht auffindbar zu sein, aber auch um von dort aus den Raum einsehen zu können.

Der Raum für das seelsorgerische Gespräch, Sprech-Zeit-Raum genannt, befindet sich in der Sakramentskapelle im ehemaligen Kreuzgang in Achse des Eingangswindfanges, um dort in der Sichtachse vom Besucher direkt wahrgenommen zu werden. Das verglaste, ehemalige Seitenportal lässt den Raum mit Tageslicht durchströmen und darüber großzügig erscheinen.

I-Punkt

Dieser Bereich bietet neben der Auslage von Informationsmaterial eine direkte Ansprache des Hilfesuchenden durch eine Person, die dort einen Arbeitsplatz mit einem Schreibtisch sowie einen tresenartigen Ansprechpunkt hat.

Um hierfür physiologisch geeignete räumliche Voraussetzungen zu schaffen, wurde durch eine Duplizierung des Glaskubus, der bereits als Windfang daneben steht, zunächst ein abgeschlossener Raum geschaffen. Ein zwischen die beiden Glaskuben gesetztes U-förmiges, geschlossenes Bauglied aus mit Edelstahlbändern eingefassten Eichenholzverbretterungen, stellt eine Verbindung zwischen den beiden transparenten Glas-Kuben her. Um innerhalb des neuen Glaskubus einen Arbeitsplatz einzurichten, wurde eine zweite U-Form aus Eichenholz direkt an die Außenwand gesetzt. Dies auch um adäquate Bedingungen für eine Tätigkeit über mehrere Stunden über die darin integrierten Dämmung und Wärmeversorgung gewährleisten zu können. Hierzu trägt ebenso eine Ausführung der Hülle in Doppelverglasung bei. Die Wärmeversorgung erfolgt über integrierte Radiatoren, die Belüftung über in den Windfang integrierte Lüfter. Die geschlossenen Eichenholzformen integrieren innen wie außen alle erforderlichen Plakatierungen und Schriftenauslagen.

Es sind zwei Zugänge zu diesem Raum gegeben, einer von außen über den Windfang, ein zweiter über den Antoniuskapelleneingang.

Sprechzeitraum

Das bereits vorhandene historische Seitenportal wurde wieder geöffnet und in voller Höhe verglast. Das Türblatt selbst wurde über eine Segmentierung so verändert, dass es zusammengeklappt seitlich geparkt werden kann, um so den Raum nach außen zum Licht öffnen zu können. Vor diese Öffnung wurde von innen ein aus zwei zusammengesetzten Eichenholzwinkeln gebildetes Raumvolumen gesetzt. In Form und Detail sind die Eichenholzwinkel baugleich zu denen im I-Punkt. Der Kubus, der sich über eine Glasfuge von der Außenwand absetzt, endet in der Raummitte unter dem Gewölbeschluss-Stein. Er ist bewusst so dimensioniert, um als ein untergeordnetes „Möbel“ den Raum nicht störend zu beeinflussen.

Die ineinander gesetzten Winkel bilden eine Form, die über einen vertikalen Schlitz und eine seitliche Verglasung das durch die Portalöffnung einfallende Tageslicht spürbar in den Raum fallen lässt und die zur Sakristei hin entstehende Raumecke aufhellt. An dieser Seite ist der Zugang zum Raum. Die dort gelegene, raumhohe Verglasung wird mit einer flexiblen Lamellenstruktur überlagert, um die Abgeschlossenheit des Raumes nach Bedarf regulieren zu können. 

Projektdaten

Bauherr Citykirche St.Nikolaus
Leistungsumfang Objektplanung LPH 1- 5
Projektdaten Planungsbeginn 01/2012
Fertigstellung 2014
Architekturfotografie Jörg Hempel Photodesign