469-Columbarium-St. Pauli, Soest

Columbarium-St. Pauli, Soest

Leitidee des Entwurfes ist das „ Weiterbauen“ von Kirche.

Die Folge historischer Bauschritte erfährt nun eine Fortsetzung im Inneren des Raumes. Die hinzugefügte Nutzung bringt eine neue Dimension an den Ort: die des Lebens und der Gemeinschaft nach dem Tode. Sie tritt bildhaft in Dialog zur Praxis gelebter Glaubensgemeinschaft. Um das Columbarium räumlich zu verorten, werden Wandscheiben und Stelen als Objekte in den Raum gestellt, die einem dadurch neu definierten Ort des Gottesdienstes eine andere Qualität entgegensetzen, die einer quasi-urbanen Landschaft, der Nekropole.

Gestaltungskonzept:
Der vertikalen, aufstrebenden Dynamik der spannungsvollen gotischen Architektur wird in Form plastischer Elmente ein gelagerter, horizontaler baulicher Ausdruck entgegengesetzt, der auf die Gegenrichtung, hin zur Erde, zum Ursprung, verweist. Der Symmetrie des Hauses folgend, definieren zwei parallele Reihen gestaffelt angeordneter Wandscheiben zwei verschiedene räumliche Qualitäten. Diesen Kontrast erlebt der Besucher über die dynamische Öffnung des gottesdienstlichen Raumes, die er zunächst beim Betreten über die Hauptachse des Hauses erlebt und dann in den dadurch entstandenen introvertierten Zonen der beiden Beisetzungsbereiche erfährt.