550-Chemiepraktikum der RWTH Aachen

Neubau Chemiepraktikum der RWTH Aachen

Der aus seinen Kontextbezügen hergeleitete, plastisch signifikante Gebäudekubus arrondiert das Ensemble künftig zu einem städtebaulich schlüssigen Ganzen. Funktional erschließt er darüber hinaus sinnvolle Nutzungssynergien mit seinen Nachbargebäuden. Die Konzeption ermöglicht darüber hinaus eine Strategie für eine flexible, stufenweise Umsetzung in einem wirtschaftlich steuerbaren Rahmen.

Kontext / Bauidee
Das Gesamtensemble der chemischen Institute gliedert sich in drei lineare Riegelbaukörper. Zwei kompakte, vertikal gegliederte Kuben und eine Brücke verbinden die Reihung der Gebäudeglieder zu einem Nutzungszusammenhang. Die Brücke wird nun durch das neue Praktikumsgebäude als einem dritten Kubus ersetzt, um künftig ein kommunizierendes Ganzes zu erhalten und an der Turmstraße durch eine dritte Vertikale einen städtebaulich kraftvollen Akzent zu setzen. Auf einen in die Topografie integrierten Sockel, der sich mit Gabbionen eingefasst wie eine Landschaftsterrasse zurücknimmt, legt sich als eine dritte Kubusform der plastisch reduzierte Laborkörper auf.

Wirtschaftlichkeit / Realisierungskonzept:
Die Kubusform des Gebäudes stellt im A / V Verhältnis ein Optimum dar. Das Sockelvolumen ist fast ohne Öffnungen hochgedämmt und größtenteils in den Boden versenkt. Der Öffnungsgrad des Laborkörpers gewährt über eine Lochfassaden angemessene Belichtung, ein integriertes Verschattungssystem verhindert unnötige Aufheizung. Die statisch optimierte, klare Grundrißgeometrie, die Regelmäßigkeit der Fassadenflächen und die Ausbildung identischer Fassadenöffnungen lassen eine extrem wirtschaftliche und sehr schnelle Realisierung ( Vorfertigung) des finanzierbaren Bauvolumens zu. Die Technikzentrale ist bewusst im Sockel, um mit einer Realisierung in Bauabschnitten auf Einsparungsbedarf oder auch eine Erhöhung des Flächenbedarfs reagieren zu können. So kann ein Geschoss weniger, aber auch ein Geschoss mehr realisiert werden. Das heißt: es sind maximal fünf Laborebenen im Rahmen eines Gebäudes mittlerer Höhe darstellbar.

Zusammenfassung:
Die Gebäudekonzeption schafft mit einem skulptural reduzierten Kubus auf einem Sockel einen kraftvollen Akzent. Sie stellt mit dessen qualitativer und quantitativer Flexibilität eine Realisierung unter unterschiedlichsten Rahmenbedingungen sicher. Ein Maximum an Nutzungs-funktionalität ist gegeben, da durch die Disposition der Nebenflächen und des Fluchtwegesystems eine Vielzahl von Synergien mit den Nachbargebäuden genutzt werden, die die Funktionalität des Ganzen erheblich steigert (1+1=3).

Projektdaten

Bauherr BLB Aachen
Leistungsumfang WBW Studie
Projektdaten BGF 3.452 m²
BRI 15.168 m³
Wettbewerb 2011