532-Schule, Kindergarten und Ganztageseinrichtung Essen-Haarzopf

Grundschule und Kita Essen-Haarzopf

Die heutige Grundschule an der Raadter Straße in Essen Haarzopf ist ein Gebäudeensemble, das durch seine sukzessive Entstehung an diesem besonderen Orte ein signifikantes Bild seiner Vergangenheit ist. Das dem neuen Haus zugrunde liegende Herforder Konzept blickt pädagogisch in die Zukunft. Die neue Schule wird im Zusammenspiel mit einem Kindergarten die genannten Qualitäten in eine pädagogisch, architektonisch und energetisch zeitgemäße Architektur übersetzen, um den Ort weiterhin in seinem ursprünglichen Geist, aber das auch im Sinn einer heutigen Pädagogik entsprechend zu bespielen.

Das kompakte Gebäude gliedert sich plastisch in drei unterschiedliche Volumen, die sich in Höhe und Tiefe versetzt ineinander schieben: Ein zweigeschossiges und ein dreigeschossiges Gebäudemodul nimmt die Schule auf. Das dritte, eingeschossige Modul ist der Kindergarten mit Blick nach Süden. Durch die plastische Verknüpfung der drei Formen bilden sich Zwischenräumen, die das Innen fließend mit dem Außen verzahnen. Der durch die Disposition der Formen gegliederte, abwechslungsreiche Außenraum verbindet so mit dem facettenreichen Innen der Schule zu einem zusammenhängenden räumlichen System.

Schule:
Man betritt das Gebäude von Norden über einen Haupteingang, der neben dem Sekretariat direkt in die Mitte des Hauses führt. Hier öffnet sich ähnlich einem Marktplatz das Forum. Von Süden her gelangt Sonnenlicht über die Emporenzone direkt in das Zentrum des Hauses. Durch Zuschalten des vorgelagerten Mehrzweckraumes kann man die Fläche erheblich vergrößern. Sitzstufen greifen die Topografie des Ortes auf, um die Fläche bis zum Waldrand hin erlebbar und bespielbar zu machen.

Die von Sekretariat und Hausmeisterloge einsehbare Mitte der Schule verbindet sich unmittelbar mit dem Zentrum des Kindergartens, um beide Einheiten zu entsprechenden Anlässen zu verknüpfen, einen Gemeinschaftsgedanken zum Ausdruck zu bringen. Die Niveaudifferenz wird im Inneren durch einen kleinen Lift und Außen durch eine Rampe überbrückt.

Die Erdgeschossebene organisiert neben dem Verwaltungsbereich am Forum auch die weiteren Allgemeinfunktionen des Hauses. Nach Westen schließt sich über eine breite Flurstraße der Ganztagsbereich an. Nach Norden, am ruhigen Vorbereich der Schule, liegen die beiden Betreuungsräume. Nach Süden öffnen sich über eine großzügige Loggia der Speiseraum und ein zweiter Mehrzweckraum zum Schulhof, um diesen im Sommer mit einbeziehen zu können. Seitlich, von der Straße her anlieferbar, ist die Küchenversorgung. Dem gegenüber ist ein großer Sanitärbereich von innen wie außen gleichermaßen über den Windfang zugänglich.

Unterrichtscluster:
Die Lerncluster folgen einem speziellen Raumkonzept, das im Sinne des Herforder Models ein extrem hohes Maß an Nutzungsvariabilität ermöglicht. Drei großzügige Treppenzonen erschließen die Klassen in den Obergeschossen. Sie sind so über kleine Verweilbereiche auch als Aufenthaltsorte nutzbar, in dem es auch einmal lauter zugehen darf. Von diesem Bereich aus betritt man die Klassen, die, von Nord oder Süd mit Licht durchflutet, dem eigentlichen Unterricht dienen. Zwischen den vier Klassenräumen eines Raumclusters bietet sich eine offene Zone für die stille Einzelarbeit der angrenzenden Klassen an. Der Bereich hat Blickkontakt in die Klassenräume und über die Stirnseiten nach draußen. Von oben ist zusätzlich eine natürliche Belichtung gegeben. Durch die offene Möblierung und freie Gestaltung kann die Multifunktionalität auch atmosphärisch gelebt werden.

Kindergarten:
Der Kindergarten in das Bauvolumen der Schule hineingeschobene wird sowohl über dessen Forum als auch über einen eigenen Eingang an der Ostseite direkt von Außen erschlossen. Neben Leitungsbüro und Personalraum, betritt man hier eine breite, von oben belichtete Mittelzone. Diese Spielstraße mit Sitznischen und Garderoben erschließt alle Gruppeneinheiten sowie die allgemeinen dienenden Räume. So sind die den Gruppen einzeln zugeordneten Waschräume hier zusammengefasst, damit sich das Leben der Gruppen nicht zu stark isoliert.

Herzstück einer jeden Gruppeneinheit bildet der nahtlos nach außen durchfließende, große Gruppenraum, der zusätzliche Lichtpunkte durch gestreute Oberlichter erhält. Eine hineingestellte Lagerbox nimmt als Kubus auch die Kochzeile auf. Seitlich gliedern sich die Nebenfunktionen an: ein kleiner WC-kern wird diskret erschlossen. Der introvertierte Schlafraum für die Säuglinge ist von oben belichtet. Mit Blick in den Garten liegt der Stillbeschäftigungsraum an der Außenseite. Eine zweite Lagerfläche ist in den Block integriert um zwischen Material und Werkzeug differenzieren zu können. Der am Ende des Flures gelegene Gymnastikraum ist ebenso primär von oben belichtet, um konzentrierten Turnuntericht zu ermöglichen.

Projektdaten

Bauherr Stadt Essen
Leistungsumfang Wettbewerbsverfahren (2. Preis)
Projektdaten NGF 3.120 m²
BGF 3.772 m²
BRI 14.899 m³
Wettbewerb 2.Preis 2011