Blick zum Café/ Nordfassade ©Jens Kirchner
Blick von Süd-West ©Jens Kirchner
Südfassade ©Jens Kirchner
Innenhof ©Jens Kirchner
Innenhof mit Wasserbassin ©Jens Kirchner
Speisesaal ©Jens Kirchner
Café ©Jens Kirchner
Aufenthaltszone ©Jens Kirchner
Städtebauliches Konzept ©Hahn Helten + Ass.
Städtebauliches Konzept ©Hahn Helten + Ass.
Erdgeschoss ©Hahn Helten + Ass.
Schnitt Nord-Süd ©Hahn Helten + Ass.
Schnitt Ost-West ©Hahn Helten + Ass.

498-Altenpflegeheim Petrusheim, Weeze

Altenpflegeheim Petrusheim, Weeze

Gesamtkonzept:

Das im Besitz des Rheinischen Vereins für katholische Arbeiterkolonien befindliche Petrusheim in Weeze hat insgesamt 108 Plätze im Pflegewohnheim, 40 Plätze gemäß § 67 (Kurzzeitpflege), 24 Plätze gemäß § 53 (Suchtmittelabhängige/instabile psychische Situation) und 60 Plätze gemäß § 35 (Langzeitpflege).

Das Petrusheim wird in seiner jetzigen Struktur und Ausstattung nicht den ab 2018 gesetzlich greifenden Anforderungen (WTG, HeimMindBauV, AllgFörderPflegeVO) an Pflegeeinrichtungen gerecht. Aus diesem Grund müssen umfangreiche Modernisierungs- oder Neubaumaßnahmen getroffen werden.

Um eine langfristig gute und tragbare Lösung für den Betreiber zu finden, soll ein Gesamtkonzept für das Gelände entwickelt werden. Es umfasst die Anpassungen der Wohn- und Pflegeheime an die gesetzlichen Verordnungen und die Entwicklung eines Masterplans für das Petrusheim. Ziel ist eine Stärkung der Zonierung der Nutzungsbereiche Wohnen/Arbeiten/Landwirtschaft und somit eine klare Gliederung des Geländes herzustellen. Ein neuer zentraler Dorfplatz als Zentrum des Petrusheim soll das Gemeinschaftsleben der Bewohner fördern und eine stärkere öffentliche Präsenz des Petrusheim in der Region schaffen. Die Ausbildung des Platzes soll durch klare Raum- und Gebäudekanten gefasst werden. Der „Marktplatz“ soll als zukünftiges Zentrum für Bewohner und Besucher fungieren, so dass um ihn herum Bereiche wie Verwaltung, Cafe, Dienstleistungen und betriebseigene Geschäfte und Läden wie Wäscherei und Metzgerei angeordnet werden. Das Kirchengebäude soll durch eine Doppelnutzung Bücherei und Raum der Stille / Verabschiedungsort in diesem Gemeinschaftsraum wieder stärker eingebunden werden.

Neubau Pflegeheim:

Das Gebäude ist als 3-geschossiger Ringbaukörper mit Innenhof geplant, der sich im Erdgeschoss nach Süden zur Landschaft hin öffnet.

Im Erdgeschoss befinden sich im Eingangsbereich (Nord-Westecke) Foyer und Gemeinschaftsfläche für externe Dienstleistungen (Artzt Friseur), die Verwaltung und Personalaufenthalt an der Westseite, Speisesaal und Cafe an der Nordseite, Küche und Personalumkleiden sowie Gebäudetechnik und ein angegliederten Wirtschaftshof an der Ostseite direkt am Parkplatz.

Im 1. und 2. Obergeschoss sind die Wohnbereiche vorgesehen.

Das Konzept des Rundgangs innerhalb eines Geschosses soll ein Wohlbefinden der Bewohner durch freie Bewegung und freie Wahl der Gemeinschaftsräume/Aufenthaltszonen zu ermöglichen.

Durch die klare Zonierung und Gliederung, Wohnbereich in den Obergeschossen und Versorgungsbereiche (Verwaltung/Dienstleistung/ Speisesaal/Küche) im Erdgeschoss, wird eine gute Orientierung für die Bewohner, das Personal und Besucher ermöglicht. Die Versorgungszonen können auch über separate Eingänge erschlossen werden.

Durch die Gebäudeöffnung im Süden bekommt der Innenhof Sichtbezüge in die Natur und durch eine großzügige Verglasung des Speisesaals auch einen Sichtbezug zum geplanten Dorfplatz. Damit der Innenhof als Dementenhof genutzt werden kann, wird einer Wasserfläche als Barriere zum Außenraum geplant und mit Bepflanzungen und Vogelvolieren soll eine angenehme Aufenthaltsqualität erreicht werden.

Projektdaten

Bauherr Rheinischer Verein für Katholische Arbeiterkolonien e.V.
Leistungsumfang Generalplanung und Projektmanagement LPH 1-9 HOAI
Projektdaten NGF 5.468 m²
BGF 6.283 m²
BRI 21.676 m²
Studie + Direktbeauftragung
Planungsbeginn 01/2010
Baubeginn 12/2012
Fertigstellung 07/2014
Architekturfotografie Jens Kirchner