Modellfoto,  ©PP Aachen 2015
Visualisierung, ©rendertaxi GmbH Alexander Pfeiffer und Felix Volland
Modellfoto,  ©PP Aachen 2015
Modellfoto,  ©PP Aachen 2015
Ansicht Trierer Straße
Ansicht Debyestraße

613-Polizeipräsidium Aachen

Polizeipräsidium Aachen

Aufgabe

Das Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch das Ministerium für Inneres und Kommunales NRW (MIK NRW), dieses vertreten durch das Polizeipräsidium Aachen, wird in Aachen ein neues Hauptgebäude inklusive Nebengebäuden und -anlagen (Zwingeranlage, Kfz-Werkstatt, Garagen, Carports, PKW-Stellplätze für Bedienstete, Besucher) anmieten. Bauherr des neuen Polizeipräsidiums für die Aachener Polizei ist Hochtief PPP Solutions GmbH. Das neue Polizeipräsidium wird für ca. 1.200 Mitarbeiter ausgelegt, wovon ca. 800 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zeitgleich anwesend sein können. Viele der Dienststellen und Dezernate werden im 24h-Betrieb, andere Dienststellen zu üblichen Bürozeiten genutzt. Einige Bereiche sind für den Publikumsverkehr geöffnet und sollen dementsprechend bürgernah und übersichtlich gegliedert werden. Im Vordergrund stehen dabei jedoch immer die durch das PP Aachen definierten Anforderungen an die innere und äußere Gebäudesicherheit. Das Gebäude des PP Aachen wird sich als Funktionsgebäude in den städtebaulichen Kontext einfügen und den architektonischen Ansprüchen an ein Dienstgebäude der Polizei Rechnung tragen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der raumprogrammatisch, funktional optimierten und wirtschaftlichen Planung und Umsetzung des Gebäudes. Eine zeitlose äußere Gestaltung sowie eine übersichtliche Gliederung des Gebäudes ist eine zentrale Anforderung an die Planung.

Lage von Grundstück und Gebäude

Das Grundstück befindet sich in innerstädtischer Randlage am Übergang zum Außenbezirk Aachen-Brand. Die unmittelbare Umgebung des Grundstücks, das sich an der Kreuzung Trierer Straße/ Debyestraße befindet, ist geprägt von einer stark ausgebauten Verkehrsinfrastruktur (Anschlussstelle Aachen-Brand zur Autobahn 44 und zum Aachener Kreuz) und verfügt über eine schnelle Anbindung an alle Bereiche der StädteRegion, in die Grenzbereiche und Nachbarländer Belgien und Niederlande sowie in Richtung Köln und Düsseldorf.

Städtebauliches Konzept

Der Bau eines Polizeipräsidiums am vorgeschlagenen Ort leistet einen wichtigen Beitrag zur Klärung der stadtstrukturellen Situation und erhöht die Attraktivität der Trierer Straße durch seine wichtige Funktion im gesamtstädtischen Kontext. Vor diesem Hintergrund werden folgende Ziele für die städtebaulichen Aspekte des Entwurfs aufgestellt:

  • Eine klare, großmaßstäbliche Gebäudekubatur verbessert die straßenräumliche Situation an der Trierer Straße
  • Das Gebäude ist am Rande der Innenstadt situiert und bildet somit von Osten sowie der Autobahn kommend einen markanten Stadteingang. Dieser Aspekt sowie die herausragende Bedeutung der Institution Polizei wird durch einen prägnanten Baukörper verdeutlicht.
  • Der ausdrückliche Wunsch der Polizei nach Bürgernähe bedeutet eine eindeutige Hinwendung des Foyers sowie der öffentlich zugänglichen Kantine und deren Außenterrasse zur Trierer Straße.
  • Der Vorplatz des Polizeipräsidiums als Ort von hoher öffentlicher Repräsentanz wertet die Trierer Straße und das nähere Umfeld deutlich auf.

An das Hauptgebäude schließen sich im weiteren Verlauf des Grundstücks entlang der Debyestraße die Parkplatzflächen der Dienst-Kfz, deren dienende Funktionen sowie das Parkhaus der Privat-Kfz der Bediensteten an. Die Kubatur des angehobenen Parkhauses tritt städtebaulich markant in Erscheinung und sorgt für eine definierte Raumkante auf der gegenüberliegenden Grundstücksseite.

Gebäudekonzept

Das Hauptgebäude des Polizeipräsidiums als prägnanter, rechteckiger Baukörper mit solitärhafter Wirkung definiert den Ort und repräsentiert gleichzeitig die Bedeutung der Institution. Zur Debyestraße und zur Trierer Straße bildet ein fünfgeschossiger Baukörper eine zeichenhafte städtebauliche Kante, die auf die Großmaßstäblichkeit und Weiträumigkeit der angrenzenden Verkehrsinfrastruktur reagiert. Zur Nachbarbebauung der Kaserne wird ein Gebäudeflügel dreigeschossig ausgebildet, um den kleinteiligeren Maßstab aufzunehmen. Weiterhin erhält das Gebäudevolumen im Bereich der Straßenkreuzung Debyestraße/Trierer Straße einen großzügigen, zweigeschossigen Gebäuderücksprung, dessen vorgelagerte Arkade einladend die öffentlich zugänglichen Bereiche des Hauptgebäudes markiert. Nach Nord-Osten hin schließt der langgezogene, dreigeschossige Baukörper des Parkhauses das Areal als klares Volumen städtebaulich ab. Die äußere Gebäudehülle des Hauptgebäudes ist als dunkle Putzfassade ausgebildet, die durch eine rhythmisierte Bandfassade gegliedert wird. Durch seine Farbigkeit wird die Präsenz der klaren Gebäudekubatur im städtischen Raum noch verstärkt und hebt die Institution der Polizei sowie Ihre Bedeutung hervor. Die Innere Gebäudeorganisation erfolgt als doppelt ringförmige Gebäudestruktur um vier Innenhöfe.

Projektdaten

Bauherr HOCHTIEF PPP Solutions GmbH
Leistungsumfang LPH 1-5 HOAI
Projektdaten BGF 38.880 m²
BRI 152.199 m³
Projektzeitraum Planungsbeginn 2015
Baubeginn 11/2016
Fertigstellung Ende 2018