527-Polizeipräsidium Düsseldorf

Polizeipräsidium Düsseldorf am Jürgensplatz

Das Polizeipräsidium bildet mit dem Ministeriumsbau ein Ensemble, das seinen Kontext im Geist seiner Entstehungszeit prägt. Die Bauaufgabe der Erweiterung und die Aufwertung eines hochwertigen städtebaulichen Zusammenhanges durch den Rheinpark bietet nun die Chance, einen kraftvollen neuen Impuls für die Stadt und für die Institution Polizei an dieser Stelle zu geben, dessen Synergie auf weitere angrenzende Bereiche der Stadt ausstrahlen wird. Die Erweiterungsmaßnahme des Polizeigebäudes soll genutzt werden, um eine gute aber dennoch ernste und nicht ganz unvorbelastete Architektur durch die anstehende Erweiterungsmaßnahme bügernäher und freundlicher zu definieren. Dies gelingt durch die Inszenierung des Gegensatzes zwischen der Schwere des historischen Bestandes und der heiteren Leichtigkeit der sich damit verwebenden neuen Bauglieder. Beide Bauphasen treten so durch zwei sich maßstäblich entsprechende, ruhige Großformen sehr verschiedenen Charakters in ein spannungsvolles Gleichgewicht. Die formale Dialektik von Alt und Neu fügt ein Ganzes, das als baulicher Ausdruck der Institution an diesem Ort ihr genuines Gesicht gibt, das zu seiner Geschichte steht und sich der Gegenwart in angemessener Weise stellt.

Städtebau:
Das Ensemble wird durch eine Promenade, die als länglicher gestalteter Stadtraum den Jürgensplatz an den Rheinpark anbinden, aufgebrochen und wird darüber Teil eines im Zuge der städtebaulichen Aufwertung immer belebteren Quartiersbereiches. Um diese Qualität räumlich eindeutig zu formulieren wird die vorhandene Garage aus der Flucht der neuen Promenade genommen, und durch eine in den transparenten Sockel des Neubaus integrierte Garage ersetzt. Entlang dieser rekreativen Achse verbindet ein angehobener, filigraner Riegel die Kopfenden der Bestandsarchitektur. Am Jürgensplatz schafft der schwebende Riegel an der neu geschaffenen Bezugsachse zum Rhein das neue Entré des Polizeipräsidiums, um dieses als einladende Geste näher an die Stadt zu rücken. So wird vor Kopf des neu gefassten Platzen die neue Adresse entstehen, die neben der recht archaischen Geste des Ministeriumsportals das heutige Selbstverständnis der Polizei verkörpert.

Das Gebäude:
Ein horizontal geschichteter, leichter Gebäuderiegel, der über dem Boden zu schweben scheint, tritt mit der monolithischen Ziegelform des historischen Gebäudebestandes in einen spannungsvollen Dialog. Der Kontrast relativiert die Härte und Hermetik der Gesamtanlage. Schon auf der Strasssenebene wird der Wucht des historischen Kalksteinsockels eine dosierte Durchlässigkeit entgegensetzt, die hier und da sogar Einblicke in vier Höfe gewährt. Funktional schließt sich die bislang gegebene doppelte Kammstruktur in den Obergeschossen durch den neuen Riegel auf der Nordseite zu einem geschlossenen Ringsystem. Die drei Obergeschossebenen des Altbaus sind so durchgängig verbunden, um darüber eine stärkere Vernetzung der Arbeitsabläufe zu ermöglichen.