520-Bürogebäude Grünenthal

Bürogebäude Grünenthal

Bauidee:
Der Neubau stellt als Eingangssymbol und Bindeglied eine zentrale Rolle in der Umsetzung des Konzeptes „Grünenthal-Campus“ dar. Er integriert sich als transparentes, kubisches Volumen aus Sichtbeton angemessen in den Kontext bereits gegebener Baulichkeiten und Materialien. Darüber hinaus schaffen zeichenhafte Glas- Lichtelemente eine wahrnehmbare Verbindung und einen Dreiklang mit den bereits bestehenden Dominanten des Campus, dem Corporate Center und der Kantine. Der reduzierte Gebäudekubus ist plastisch gegliedert, indem sich das erste Obergeschoss als eine transparente, grünlich schimmernde Scheibe diagonal aus der Großform herausschiebt. Diese kraftvolle und zeichenhafte Geste ist baulicher Ausdruck der neuen Unternehmens-philosophie und steht mit seiner Nutzung für Kommunikation, Information und Forschung.

E0 - Die Informationsebene:
Das großzügige Vordach verweist mit seinen zweiseitigen Auskragungen signifikant auf den Eingang zum Campus und zum Neubau und schafft unter Berücksichtigung der notwendigen Sicherheitsaspekte einen freundlichen, witterungsgeschützten Zugangsbereich für Besucher und Mitarbeiter. Beide Eingänge werden über die an der Ecke befindliche Pförtnerloge kontrolliert.

Unter dem Vordach bietet der Haupteingang einen Blick in das zentrale Atrium, das den Besucher empfängt. In die breite Öffnung ist als Solitärform ein Raum eingestellt, in dem Besuchereinweisungen aber auch andere Informationsvorträge stattfinden können. Die Mitarbeiter des Hauses betreten das Gebäude alternativ über den Pfortenbereich oder vom Campus. Im Zentrum des Hauses öffnet sich der Blick auf alle Bereiche. Ein lichtes Forum verknüpft diese Ebenen, schafft Übersicht und Orientierung. Dem Betriebsgelände zugewandt sind Sanitäts- und Arzträume angeordnet. Nach Westen orientiert ist der Post- und ein Archivbereich für das Haus mit einer unabhängigen Anlieferung angesiedelt.

E1 Die Campusebene:
Über eine repräsentative Treppe im Atrium gelangt man auf die Ebene, die das betriebsinterne Zentrum bildet. In diesem Zuge sind die Bibliothek, die Redaktion der Betriebszeitung und die Leitung mit den Büros der Vice-Presidents transparent um das Atrium gruppiert, um die angestrebte offene Kommunikations- und Dialogkultur des Unternehmens baulich zu unterstützen. Ein großzügiger Loungebereich, der sich räumlich in der Loggia fortsetzt, empfängt Mitarbeiter und Besucher

E 2-6 Die Open Space Office- Ebenen:
Ab dem 2. Geschoss bietet das Gebäude fünf Nutzebenen an, deren auf dem 1,35 Meter Raster basierende Grundstruktur ein absolutes Maximum an Variabilität und Flexibilität in der Nutzung bietet. Die Peripherie des Gebäudes ermöglicht alle gewünschten Bürodispositionen.

Die das Atrium umschließende Offene Zone, die ebenso frei Arbeits- und Kommunikationsbereiche anbietet nutzt den Lichtraum in der Mitte des Hauses, um alle Arbeitsbereiche horizontal wie auch vertikal miteinander in Beziehung zu setzen und das Miteinander innerhalb des Hauses attraktiv und unmittelbar erlebbar zu machen. Die direkten Wegeverbindungen über die filigranen Treppen spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle; sie treten plastisch mit eingehängten, leichten Mobilee-Strukturen in ein Zusammenspiel, auf dessen Farbflächen durch Heliostaten Tageslicht gelenkt wird. So kann mit einem Dialog von Kunst und Naturwissenschaft das Thema Kreativität des Unternehmens den Besuchern und Mitarbeitern vermittelt werden.

Städtebau / Außenanlagen:
Das große Betriebsgelände der Firma Grünenthal wird von den Besuchern und Mitarbeitern nicht etwa über die orientierungsstarke Neuenhofstraße, sondern über die recht unscheinbare Zieglerstraße erschlossen. Auf Grund der abseitigen Lage der Zieglerstraße ist der Haupteingang zur Zeit schwer auffindbar und wenig addressbildend.

Die neue Inszenierung des Eingangsbereiches wird genutzt, um aus dieser Schwierigkeit einen Vorteil zu generieren: Die Entwicklung einer Promenade entlang der Zieglerstraße als optisches Signal von der Neuenhofstraße und als funktionale Verbindung des Corporate Centre mit dem neuen Eingangsgebäude zum Grünenthal-Campus.

Dies erfolgt mittels eines regionaltypischen Elementes: der Eifelhecke. Sie lenkt den Blick in die Tiefe der Zieglerstraße und macht auf den Eingang zum Unternehmen Grünenthal aufmerksam. Die besondere Hecke deckt darüber hinaus auch die Fahrzeuge des dahinter liegenden, vorhandenen Parkplatzes ab. Die „Promenade“ besteht aus einem lang gestreckten, befestigten Weg mit eingefügten Rasen- oder Pflanzbeeten, Sitzangeboten und einer attraktiven Beleuchtung in den Abendstunden. Sie führt zu einer Aufweitung vor dem neuen Eingangsgebäude, geradewegs unter das auskragende erste Geschoß und damit zum witterungsgeschützten Eingang zum Grünenthal-Campus . Von der Tor- bzw. Schrankenanlage führt ein mit einer Baumallee gefasste „Grünenthal-Boulevard“ in das Betriebsgelände. Als Erschließungsstraße der Forschungs- und Verwaltungsgebäude bildet er die Kommunikationsachse des Campus.

Projektdaten

Projektdaten Wettbewerb 2010 (2. Preis)